Sportfluggruppe Lechfeld e.V.

Wo Träume Flügel haben...

News 2019

April 2019

Frühjahrsfliegen in der Provence oder „Fliegen wie Gott in Frankreich!“

Während sich bei uns ganz langsam der Frühling heranschleicht und die ersten Zugvögel aus ihren Winterquartieren aus dem Süden zurückkommen, zieht es unsere Segelflieger eben in den selbigen.


Der Segelflugsaisonstart in Südfrankreich hat bei uns, wie in vielen anderen Vereinen, auch eine lange Tradition. Nicht nur, weil dort bereits ab Anfang März Streckenflugbedingungen zu finden sind wie sie sich bei uns in den mittleren europäischen Gefilden meistens erst etwa sechs bis sieben Wochen später einstellen, sondern auch, weil man quasi drei Segelfliegerwünsche auf einmal stillen kann, nämlich Streckensegelflug, Gebirgssegelflug und der Wellenflug. Und nicht selten eine Kombination aus allen drei.

Der Flugplatz Vinon.


Traditionell liegt das Zeitfenster für unsere «Tour de France» immer zwei Wochen vor Ostern, es sei denn Ostern ist so früh im Jahr, dass sich der doch erhebliche Aufwand nicht lohnt. Das war dieses Jahr ja aber nicht der Fall. Die Feiertage waren spät im April und auch die Wettervorhersagen versprachen gute Sgelflugbedingungen in den Provenzalische Alpen.

Also ging es für Olli und Rainer Anfang April Richtung Süden nach Vinon-sur-Verdon!!

Olli...


...und Rainer.


Vinon ist normalerweise ein kleines verschlafenes Dörfchen wie viele andere in der Provence auch, aber ab März wird auch dieser der Ort zu einer der zahlreichen Segelfliegerpilgerstätten südlich der Alpen. Zwar etwas weiter entfernt von den Bergen gelegen als die bekannteren Segelflugzentren wie Saint-Auban, Sisteron oder Puimoisson bietet es dennoch nicht nur eine gute Startgelegenheit für die Piloten sondern ist auch für mitgereiste nichtfliegende Familienmitglieder ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge und Aktivitäten aller Art. Und da natürlich selten alle Tage fliegbar sind, ist es dann auch schön, wenn es bis zum Mittelmeer nur etwas mehr als eine Stunde Fahrzeit sind oder man bei Regen sich in ein Museum oder in eines der vielen Bistros zu Café au lait und einem Stück Tarte au citron zurückziehen kann.





Auch fliegerisch ist der Flugplatz Vinon ideal gelegen. Nachdem der Übungstand nach der Winterpause doch meistens etwas Federn gelassen hat bietet er den Piloten, welche noch keine vorherige Flugmöglichkeit hatten, die Chance sich wieder langsam an die Routine der letzten Saison heranzutasten. Das nähere Umland des Flugplatzes ist relativ flach und hält ausreichend üppige Aussenlandefelder bereit. Wenn Segelflugbedingungen herrschen sind auch durchaus schöne Eingewöhnungsflüge mit ordentlichen Flughöhen in dessen Umkreis möglich.

Der Lac de Sainte-Croix.


Bereits in den Tagen vor Ollis und Rainers Anreise herrschte bestes Segelflugwetter in Südfrankreich was man den einschlägigen Internet-Trackingtools entnehmen konnte. Südlich von Grenoble wuselte es auf der Karte regelrecht von Flugplatzsymbolen. So war natürlich deren Sorge groß, dass das Wetter just bei ihrer Ankunft in Regenwetter umschlagen könnte.

Entlang am Grat des Lure...



Doch diese Sorge völlig unbegründet wie sich herausstellte. Gleich zu Beginn waren die thermischen Bedingungen so gut, dass mühelos das Flachland überwunden und in den Parcours gesprungen werden konnte. Bei astreinem „Hammerwetter“ konnten nur die Flugsicherung und die Luftraumstruktur dem Steigen ein Ende setzten. Und so führten die ersten Flüge unsere zwei Fliegerkameraden bis nach Briançon an die Grenze der Cottischen Alpen und Dauphiné-Alpen.

Manosque...


Die berühmte Felsformation Les Pénitents, "Die Büßer" bei Les Mées


Im Vordergrund: Moustiers-Sainte-Marie. Es zählt zu den schönsten Dörfern Frankreichs


In den folgenden Tagen waren noch einmal drei perfekte Flüge möglich. Zwar nicht jeden folgenden Tag, aber doch alle so schön dass beide am Abend wie grinsende Honigkuchenpferde aus dem Flugzeug stiegen. Aber nach einem Flug in der Frühjahrsthermik im Hochgebirge muss auch nicht jeder Tag zum Fliegen sein. Und schließlich freuen sich dann auch die nichtfliegenden Familienmitglieder, wenn einmal einen Tag dazwischen ist an dem man einmal etwas gemeinsam unternimmt und vor allem auch dann, wenn es nicht gerade Bindfäden vom Himmel regnet.


Überhaupt sollte man so ein Fluglager nicht als Segelflugurlaub betrachten, sondern immer als Urlaub mit Segelflugmöglichkeit. Dann ist auch eine Enttäuschung fast ausgeschlossen, wenn dann das Wetter nicht so richtig mitspielen möchte.

Eigentlich wollten Olli und Rainer noch ein paar Tage länger bleiben. Aber in der Mitte der zweiten Woche zeichnete sich ab, dass in den folgenden Tagen wohl eher „geronnene“ Thermik vom Himmel kommen wird, und so haben sie sich entschlossen ein paar Tage früher ihre Zelte abzubrechen und die Heimreise anzutreten, welche dann aber nicht ganz frei von Hindernissen von statten ging.

Über dem Lac de Serre-Poçon...


Und wenn´s mal nicht fliegbar ist...


...gibt es...


...reichhaltige... (die Ockerfelsen von Roussilon)


...Alternativen! Es muss ja nicht gleich überall regnen :-)


Eine kleine Panne von Rainers Wohnmobil machte die Zuhilfenahme eines französischen Abschleppdienstes von Nöten. Aber zum Glück stellte sich das Problem nur als ein kleines heraus, dass alsbald die Fahrt nach Hause weitergehen konnte. So kamen unsere zwei Segelflieger nach knapp 10 Tagen glücklich und sattgeflogen und mit schönen Bildern und Geschichten im Gepäck nach Hause und planen jetzt schon Vinon 2020.

Und vielleicht kommen dann ja noch ein paar Vereinskameraden mehr mit, wenn es dann wieder heißt „Fliegen wie Gott in Frankreich!“ :-)

März 2019

... mit ein bisschen Kreativität lässt sich ja aus jedem Volkslied ein Fliegerlied basteln, aber das möchten wir unseren Homepagebesuchern doch eher ersparen, denn wir glauben dass die Textqualität wohl eher nicht für ein "Top Ten"-Platz in den Charts ausreichen würde!

Aber eben auch für uns Flieger beginnt im März (meistens) die neue Flugsaison. Nach den kalten, langen und dunklen Wintertagen ist das Verlangen nach Sonne und milden Temperaturen natürlich groβ, aber genau das hat in diesem Monat nur so "halb" geklappt. Zwar wurden uns schon ein paar Mal sonnige Tage beschert, aber halt nur unter der Woche. Pünktlich zum Wochenende wurde es meistens immer wieder regnerischer und vor allem stürmischer. Fast hätte man meinen können wir sind im Herbst statt am Anfang des Frühlings. Doch endlich zum letzten Märzwochenende stellte sich stabiles Hochdruckwetter über Süddeutschland mit schönstem Sonnenschein und milden Temperaturen von fast 20°C ein.

Ab nach Freiburg...


Jetzt ist es aber bei uns in Lechfeld so, dass trotz Sonnenschein und Wärme die Natur immer gutes Stück hinterher ist und man der Frühling nur im Kalender wahrnimmt. Die Bäume und Sträucher sind noch kahl und auch der Rest der Natur trägt noch die Winterfarben braun und grau. Also haben sich fünf Vereinsmitglieder dazu entschlossen das schöne Flugwetter für ein Sonntagsausflug zu nutzen und dem «sichtbaren» Frühling nach Freiburg im Breisgau entgegen zu fliegen.

Das Donautal ist immer wieder ein Hingucker.


In Anflug auf Badens Hauptstadt.


Um den Tag auch voll auszukosten, haben wir uns bereits um Acht Uhr auf dem Flugplatz getroffen - was angesichts der Zeitumstellung natürlich schon eine Herausforderung war, denn so klingelte halt der Wecker zu einer für Sonntag nicht gerade üblichen Zeit. Was heiβt übliche Zeit?  – Eigentlich haben auch unsere Wecker sonntags auch Wochenende und bleiben normalerweise stumm. Aber so blieb wenigstens zwischen Aushallen und Flugvorbereitung auch noch Zeit für eine Tasse Kaffee, bis wir schliesslich kurz vor 10 Uhr Richtung Südbaden starteten. Zuerst die RV8 mit Jens und Bernhard und ein paar Minuten später die Cessna mit Roland, Felix und Isabelle.


Über die klassische "Westroute" via Biberach, Sigmaringen und entlang des Donautales, welches immer wieder ein Hingucker ist, erreichten wir nur eine Stunde später den Schwarzwald. Vorbei am schneebedeckten Feldberg, wo noch immer Wintersportsaison ist, ging es über dem markanten Einschnitt des Höllental hinab in den Anflug des Flugplatzes Freiburg.

Die freundliche Crew der Flugleitung auf dem Tower hat uns sofort ein Taxi gerufen als wir beim bezahlen der Landegebühr angemerkt haben, dass wir den ganzen Tag bleiben und gerne die Stadt besuchen möchten. Das Taxi stand dann so schnell vor der Tür das Roland kaum Zeit hatte seine Sonnenbrille noch aus dem Flugzeug zu holen und der Fahrer hat uns dann direkt bis an den Rand der Fuβgängerzone gefahren.

In der Altstadt ging es noch sonntäglich ruhig zu was auch sicher daran lag, dass es noch relativ früh im Jahr ist und der Touristenrummel erst so richtig ab der Osterzeit ins rollen kommt, was für uns natürlich nicht schlecht war. So konnten wir ungestört über den Münsterplatz und durch die Gässchen mit den für Freiburg typischen "Bächle" schlendern.

Ab in..


...die Stadt

Da wir uns allerdings inzwischen um die Mittagszeit befanden machte sich bei uns so langsam auch ein kleines Hungergefühl breit und da wir uns in der Nähe des Martinstor befanden war es naheliegend, dass wir schauten ob im Martinsbräu, ein Gasthaus mit eigener Brauerei, noch ein Plätzchen für uns frei wäre und auch prompt Glück damit hatten. Zugegeben: als Flieger zum Mittagessen in eine Brauereigaststätte zu gehen ist, sagen wir mal etwas suboptimal...aber, die Apfelschorle und das Wasser waren dann auch ganz süffig :-).

 

Das Freiburger Münster



Gut gestärkt mit badischen Spezialitäten konnte die Erkundung der Schwarzwaldmetropole weitergehen. Unser Taxifahrer hatte uns am Vormittag schon den Tipp gegeben, dass wir doch auf den Schlossberg gehen müssten. Von dem Aussichtsturm hätte man einen schönen Rundblick über Freiburg und das Umland, meinte er noch...

...Ja dann also: "Auffi aufn Berg!".

Und auf den Turm...


Aber ganz klassisch zu Fuβ - nicht mit der Schlossbergbahn, weil damit kanns ja jeder. Die Wanderung in der milden Frühlingsluft und durch den Wald mit dem ersten zarten Grün an den Bäumen war dann richtig schön. Natürlich wurde gleich auch noch der rund 33 Meter hohe Aussichtsturm erklommen. 153 Stufen führen hinauf bis zur obersten Plattform. Wir haben uns aber mit der mittleren Hauptaussichtsebene begnügt, zumal die oberste Plattform ohnehin nur auf wenige Personen begrenzt ist und angesichts des schönen Wetters auch der Turm gut besucht war.

Leider war es etwas dunstig weshalb wir nur Sicht bis zum Kaiserstuhl hatten. Die rund 185 Meter über der Stadt waren aber auch ganz nett. «Ganz nett?» Nun ja bei dem Blick über Freiburg mussten wir feststellen, dass es eigentlich die gleiche Aussicht ist, wie am Vormittag beim Anflug auf den Flugplatz.

Flieger sind halt nur schwer zufrieden zu stellen... :-)

 

...sind wir ja eigentliche nur für das Selfie :-)





Der Rückflug ist dann ein klein wenig länger geworden, weil wir entlang des Hochrheins zurück nach Lechfeld geflogen sind um noch einen Blick auf den Rheinfall bei Schaffhausen zu erhaschen. Von dort aus ging es schlieβlich auf direktem Weg nach Hause.

Als wir gegen 18:00 Uhr wieder auf unserem Heimatplatz gelandet sind lag ein lustiger und schöner Tag hinter uns und wir stellten fest, dass die Saison 2019 nun endgültig begonnen hatte. 

 

März 2019

Lechfeld - Trento auf Kilo - Art 

Wir befinden uns im Februar des Jahres 2019. Ganz Bayern litt unter einer Winterdepression… Ganz Bayern? Nein! Ein nicht ganz so kleiner Flugplatz hörte nicht auf der Trostlosigkeit des Winters Widerstand zu leisten.

So kam es, dass sich zwei abenteuerlustige, junge Piloten auf den Weg vom schönen Lechfeld in das warme Italien machten… Aufgrund des bereits länger anhaltenden stabilen Hochdruckgebietes über Deutschland war die Gelegenheit günstig einmal den Sprung über die Alpen zu wagen.

Leider sind für uns „Normalflieger“ die Mittel etwas begrenzt und so hatten wir statt einer schnellen Mooney die Wahl zwischen Ultraleicht und Motorsegler. 

 

Wer die Thematik Ultraleicht in Italien kennt, der weiß, dass man sich mit den bestehenden Bestimmungen entweder unter dem Radar „durchschleichen“ kann oder auch etwas offizieller fliegen kann, jedoch ohne italienische „Avanzato“ Lizenz immer in einer gewissen Grauzone – wo kein Kläger da kein Richter.



Auch wenn dies viele nutzen, so wollten wir lieber den formell korrekten und fliegerisch sicher anspruchsvolleren Weg gehen. Aber gerade das macht für uns den Reiz aus. Und somit fiel unsere Wahl auf den Motorsegler. Ein ideales Gerät, um nach Italien zu fliegen. Günstig wie ein Ultraleicht aber von ATC wie ein Echo Flieger gehandhabt – und das ganz legal.

Und um dem ganzen noch ein bisschen Charme zu verleihen entschieden wir uns nicht für unsere zwar als Reiseflugzeug bestens geeignete G109, sondern für den Rotax Falken, der zwar nicht mit Reichweite, Geschwindigkeit und Platz, jedoch mit einer hervorragenden Steigleistung besticht.


LOWI - Innsbruck Airport



Mit dem Falken nach Italien – einfach kultig! Für einen Tagesausflug erkoren wir Trento als Destination aus. Klassisch sollte die Route direkt über Innsbruck und anschließend den Brenner sowie Bozen bis zum Ziel führen. Die Flugpläne für Hin- und Rückflug gaben wir bereits am Abend des Vortages bei der DFS auf. Am nächsten Vormittag checkten Lukas und ich noch einmal das Wetter und mussten feststellen, dass wir in der Höhe mit Winden bis zu 50 Knoten aus nordöstlicher Richtung zu rechnen hatten.


Wir checkten kurz noch einmal die berechneten Flugzeiten und betankten anschließend den Falken randvoll. Jeder weitere Tropfen Kraftstoff hätte zum Überlaufen geführt. Anschließend „Bording“. Bepackt mit Kniebrettern, Karten usw. kamen wir uns im etwas engen Falken beinahe wie Flugpioniere vor.

Nach dem Start wechselten wir sofort zu Langen Information, um unseren Flugplan zu öffnen. Mit Kurs nach Süden stiegen wir entschlossen der Alpenkette entgegen. Circa zehn Meilen vor unserem ersten Waypoint Innsbruck wechselten wir zu Innsbruck Radar.

Anflug auf Trento


Short final Runway 36



Der wirklich freundliche Lotse gab uns ein direktes „Crossing“ in FL100 frei. Diese Höhe war nicht nur aus Sicherheitsgründen von Vorteil, da wir anschließend ziemlich direkt über Grat nach Bozen fliegen konnten, sondern wir konnten dabei auch noch den kräftigen Rückenwind nutzen und hatten mit dem Falken teilweise eine Groundspeed von 120 Knoten. Nach dem Verlassen den Innsbrucker Luftraumes meldeten wir uns bei Padua Information, was aufgrund unserer Höhe auch möglich war. Italiener sind sehr gesprächig und so wollte der Controller gleich die voraussichtliche Ankunftszeit in Trento wissen. Dies unterscheidet die italienische FIS ein bisschen von der deutschen.


Es fühlt sich ein bisschen kontrolliert an. Letztenendes aber nicht weiter schlimm, wenn man einfach mitspielt. Hauptsache viel reden eben. Nachdem wir Bozen passiert hatten begannen wir den Sinkflug nach Trento. Nach dem initial Call und einigen Warteschleifen durften wir in die Platzrunde für die Piste 36 einfliegen. Der Gegenanflug gestaltet sich relativ spektakulär direkt an der Felswand und entlang von Felsvorsprüngen. Nach circa 1,5 Stunden setzen die Räder des Falken auf italienischem Boden auf. Mit bisschen mehr als anderthalb Stunden Flugzeit landeten wir in LIDT! Die Freude war groß. Immerhin hatten wir unser Ziel schon mal erreicht! Zumindest die Hälfte; nach Hause wollten wir natürlich schon wieder. Anschließend rollten wir direkt zur Tankstelle. Diese muss man mit Bargeld füttern und bekommt dann das Rückgeld am Turm.

Endlich angekommen


Mit 1,83€ für einen Liter Mogas für italienische Verhältnisse denke ich auf jeden Fall in Ordnung. Obgleich sich das Tanken als sehr einfach darstellte, war es umso schwerer in das Towergebäude zu gelangen. Dort gibt es eine Klingel, worauf dann der Flugleiter öffnet. Nur kam unser Klingeln beim Flugleiter nicht an. Im Übrigen war auch nicht viel los und so standen wir ca. 15 Minuten vor verschlossenen Türen. 




Natürlich aus Gründen der Sicherheit – da nehmen es die Italiener sehr genau. Zufällig kamen dann zwei Einheimische vorbei die uns elegant per Fingerabdrucksensor Zutritt verschafften. Nach der Bezahlung der Landegebühr von 14 € baten wir den Flugleiter noch unseren Flugplan etwas nach vorne zu verlegen. Nach einem kurzen Telefonat mit Padua kein Problem. Nachdem wir uns am Hinflug auf FL 100 über den Dingen und damit bei dem kräftigen Wind auch über der Luv- und Leewirkung der Berge befanden so konnten wir das beim Rückflug nun nicht mehr vernachlässigen.

Und so flogen wir auf der Westseite des Tals entlang und konnten dabei den Hangaufwind nutzen. Man bedenke, dass Trento auf ca. 600 ft MSL liegt. Es muss also direkt ordentlich geklettert werden. 


Dies ist keine Kontrollzone, jedoch sollte man dort auf Verkehr achten und sich am besten anmelden. Der Flugleiter wollte unsere Route wissen und wies uns an, uns beim Ein- und Ausflug an den entsprechenden Pflichtmeldepunkten zu melden. Wir befolgten dies und so ist der Ablauf völlig unproblematisch. Padua Information braucht man in diesen Höhen jedoch erst gar nicht versuchen zu rufen. Wir verließen also die Frequenz von Bozen und flogen das Tal entlang Richtung Norden. 

Bei Sterzing konnten wir dann sogar in den Wellen einiger Lentis steigen. Insgesamt hielten sich die Turbulenzen aber in Grenzen, auch wenn uns bereits beim Hinflug eine E-Maschine entgegen kam die wegen angeblicher schwerer Turbulenzen über dem Brenner wieder umdrehte. Sobald wir wieder in Empfangsweite waren meldeten wir uns bei Innsbruck Radar. 


Ohne Probleme genehmigte uns der Lotse wieder den Durchflug von Süd nach Nord. Nach knapp zwei Stunden Flugzeit konnten wir unseren Flugplan auf Langen Information bereits 20 nm vor ETSL schließen und kamen letztendlich wieder in der Heimat an, wo wir durch unsere Fliegerfreunde mit einem „drink-after-flight Bier“ begrüßt wurden. 





 

Februar 2019

Mit viel Elan in die neue Saison - Seminar zum Thema Streckenflug

Das fliegerische Handwerk ist erst einmal gelernt, dennoch braucht es einiges an zusätzlichem  Wissen, um mit einem Segelflugzeug erfolgreich auf Strecke gehen zu können. Deshalb haben wir uns gedacht, speziell für unsere jungen Scheininhaber ein kleines Seminar zum Thema Streckenflug abzuhalten.  Am Samstag fanden sich dann rund 10 neue und auch erfahrene Streckenflieger in unserem Unterrichtsraum ein. Dabei startete Joffrey  mit dem Thema Flugplanung & Vorbereitung. Er erklärte, dass die Vorbereitungen für einen Streckenflug bereits Werktags während der Woche beginnen würden, indem man schon einmal die Wettervorhersage für das Wochenende im Auge behalten solle, denn am Samstagmittag zu entscheiden „ich gehe jetzt doch noch auf Strecke“ sei verständlicherweise zu spät. Außerdem solle man sich Checklisten und alle nötigen Dinge wie Bordverpflegung, Kleidung, Kartenmaterial usw. schon vorher einmal zurechtlegen. 



Des Weiteren kamen Themen wie Streckenplanung und Beispielrouten, bei denen man immer an einen Flugplatz zurückkommt zur Sprache. Natürlich konnten unsere „alten“Streckenflieger auch den ein oder anderen interessanten Beitrag aus ihrem Erfahrungsschatz leisten und so wurde in lockerer Atmosphäre untereinander diskutiert. Anschließend referierte Felix über das Thema Außenlandung. Dabei zeigte der Vortrag die geltenden Lehrbuchmeinungen auf, welche, wenn beachtet die Risiken einer Außenlandung reduzieren helfen. Damit es allerdings gar nicht erst zu einer Außenlandung kommt berichtete Jürgen unser Wetterspezialist, der lange Jahre bei der Bundeswehr Wetterberater war und ebenfalls begeisterter Streckenflieger mit reichlich Wettbewerbserfahrung ist über die Interpretation von Wolken,  meteorologischen Zusammenhängen und auch der Vorbereitung eines Streckenfluges. 

Nach so viel Theorie können es nun alle Teilnehmer kaum abwarten das Gelernte in der Praxis umzusetzen. Unsere Streckenflugrookies jedenfalls freuen sich schon auf die kommende Saison, gute Bärte und hoffentlich viele Streckenkilometer!