News 2026
April 2026
Kunstfluglehrgang in Laucha an der Unstrut
Nachdem Vinzenz schon seit längerem gerne mal die „vollen“ sechs Freiheitsgrade in der Luft auskosten wollte, plante er im Frühjahr 2026 die Teilnahme an einem Segelkunstflug-Lehrgang. Nach den guten Erfahrungen während des FI(S)-Lehrgangs im Haus der Luftsportjugend in Laucha an der Unstrut sollte dort nun also der Erwerb der erweiterten Kunstflugrechte folgen. Da wir Lechfelder ungern alleine irgendwo auftauchen, konnten schließlich Dominik und Jens ebenfalls an einer Teilnahme begeistert werden.
So machten sich alle drei am Freitag, den 10.04.2026 gemeinsam auf den Weg nach Laucha um von Lehrgangsleiter Sönke und den beiden Fluglehrern Uwe und Eberhard zusammen mit fünf weiteren Lehrgangsteilnehmern in die Geheimnisse des Kunstflugs eingeweiht zu werden.
Der erste Tag begann mit Theorie und je drei Flügen pro Teilnehmer, bei denen zunächst der Rückenflug geübt wurde. Die Kombination aus dem „Hängen in den Gurten“, dem komplett neuen Horizontbild und der Umkehrung einiger (aber nicht aller!) gewohnten Steuerbewegungen war dabei deutlich anspruchsvoller als zunächst gedacht und insbesondere aufgrund der positiven und negativen g-Belastungen auch körperlich anstrengend. Ein unerwartetes Highlight war die vom Hornberg extra mit Marvin als Schlepppilot angereiste Schleppmaschine, welche als neuestes Modell der WT-9 von Dynamic mit beeindruckender Steigleistung und Geschwindigkeit eine Schleppzeit vom Anrollen bis zum Ausklinken in 1200 m AGL in circa sechs bis sieben Minuten bewerkstelligte.
Leider spielte das Wetter in den folgenden Tagen nicht so richtig mit, sodass aufgrund tiefer Wolkenbasis und Regen an zwei Tagen gar nicht und einen Tag nur halbtags geflogen werden konnte. Dies wurde dann aber durch einen sehr ausführlichen und lehrreichen Theorieunterricht gut aufgefangen und ermöglichte insbesondere nach den „körperlich intensiven“ Flugeinheiten zu Anfang des Lehrgangs ausreichende Erholungspausen.
Fliegerisch waren nach dem Kennenlernen des Rückenfluges die nächsten Schritte das Erlernen von Notfallmanövern zum sicheren Rückkehr in die Normalfluglage, sowie eine erneute Trudeleinweisung. Dann folgten mit Kombinationen aus (halber) Rolle und (halbem) Looping die ersten Kunstflugfiguren, sowie das schrittweise Erlernen des DAEC-Anfängerprogramms, welches zur Erlangung der Kunstflugberechtigung erfolgreich im Alleinflug geflogen werden musste.
Abschließend lässt sich auf jeden Fall sagen, dass wir alle wertvolle Erfahrungen aus dem Lehrgang mitgenommen haben und auch wenn der ein oder andere wohl eher kein passionierter Kunstflieger werden wird, so sind wir doch insgesamt durch diese Erfahrungen sicherere Piloten geworden und wissen, wie wir unser Flugzeug auch im Fall einer ungewollten Fluglage wieder sicher zurück ins „normal“ bringen können. Außerdem, und das soll nicht unerwähnt bleiben, hat das „tanzen“ am Himmel unglaublich Spaß gemacht!
Mai / Juni 2026
Fluglager in Leibertingen
Nachdem uns die beiden letzten Fluglager in Cham-Janahof derart großen Spaß bereitet haben, wollten wir dies unbedingt weiter fortführen, uns aber gerne auch mal in der Örtlichkeit verändern. Nach anfänglichem hin und her fiel die Wahl letztendlich auf das Segelfluggelände Leibertingen auf der schwäbischen Alb, welche ja als „die“ Segelflug-Rennstrecke in Süddeutschland gilt. Dementsprechend sollten dieses Mal also ausgiebige Möglichkeiten für lange Streckenflüge gegeben sein, nicht wahr?
Nun, um etwas vorzugreifen: Das Wetter ist irgendwie nicht so unser Freund ...
Jedenfalls machte sich die Lechfelder Abordnung, bestehend aus elf Piloten, zwei Begleitern und sieben Flugzeugen (wie immer in Kolonne!) auf den Weg nach Baden-Württemberg. An diesem Tag war (noch) wunderbares Flugwetter, zumindest theoretisch wäre also auch der Luftweg für den ein oder anderen machbar gewesen.
Kaum am Platz angekommen, und nachdem wir herzlich von den Mitgliedern der Fluggemeinschaft Leibertingen-Messkirch (FGLM) begrüßt wurden, wartete schon die erste freudige Überraschung auf uns: Die lokale italienische Eisdiele verfügt über einen Eiswagen, der auch regelmäßig am Flugplatz Halt macht! Das wurde natürlich direkt ausgiebig genutzt ...
Im Anschluss wurden dann gleich die ersten Flugzeuge aufgebaut und die jeweiligen Nachtquartiere hergerichtet / bezogen. Sebastian konnte sich auch direkt einen „Einweisungsstart“ auf der ASK-21 der FGLM ergattern.
Eine weitere positive Überraschung war indes das sehr gut ausgestattete Clubheim, in diesem wir ein ganzes Stockwerk in der folgenden Woche quasi allein für uns zur Verfügung hatten. Also quasi wie daheim: Jede Menge Platz, den man im Zweifel nach Herzenslust mit dem eigenen Gerümpel vollständig blockieren kann ...
Nachdem das für das Einkaufen abgestellte Duo wieder erfolgreich zurück war, wurde dann als erstes Abendessen eine Maultaschenpfanne verzehrt – schließlich waren wir ja nun unbestreitbar im schwäbischen Ländle angekommen.
Der nächste Morgen begann direkt wieder (wie im Fluglager üblich) mit einem reichhaltigen Frühstück bestehend unter anderem aus einem sehr leckeren Omelette von Olli und dem wunderbaren Kaffee von Jürgen. Die Wetterlage war leider jedoch etwas labiler als am Vortag, mit ersten Schauern und Gewittern bereits in der Entstehung begriffen. Dennoch beschlossen wir die restlichen Flugzeuge aufzubauen und sodann am Start aufzustellen. Dummerweise hatte das erste Gewitter, das eigentlich nördlich am Platz vorbeiziehen sollte, einen Ausläufer nach Süden entwickelt, welcher sich natürlich prompt über dem Flugplatz ergoss ... und sehr zur unserer Beunruhigung blieb es leider nicht bei flüssigem Niederschlag, aber zum Glück ohne Schaden an unseren Flugzeugen.
An dieser Stelle lange im Gedächtnis bleiben wird der Leibertinger Ventus, der im Hagelschauer wohl gutes Steigen vorfand, und trotz der bis an den Boden deutlich hörbaren vom Flugzeug abprallenden Hagelkörner direkt über dem Start einkreiste ...
Nach dem Abzug des Unwetters wollte dann den Rest des Tages leider nicht mehr so wirklich Thermik aufkommen. Daher blieb es für unsere Piloten zunächst bei Einweisungsstarts und Erkundungsflügen in der Nähe des Flugplatzes.
Der nächste Tag jedoch sollte bestes Wetter versprechen, sodass sich Olli im Ventus, Jürgen im Standard-Cirrus, sowie Peter und Richie in der DG-500 auf den Weg machen konnten. Sebastian durfte die LS-4 in der nahen Umgebung des Flugplatzes bewegen und Roman und Daniel erhielten von Vinzenz im Twin III SL eine Einweisung in den Streckensegelflug und konnten zum ersten Mal erleben, was „gutes Wetter“ auf der Alb bedeutet. Besonders großem Dank galt an diesem Tag unserer Rumpfmannsschaft am Boden, bestehend aus Achim als Windenfahrer und Philipp als Betriebsleiter!
Leider war damit der fliegerisch wirklich relevante Teil des Fluglagers auch schon vorbei, denn eine Schlechtwetterphase mit viel Abschirmung und Regen erlaubte uns für den Rest der Woche – wenn überhaupt – nur Platzrundenbetrieb. Dazu sei aber gesagt, dass das der guten Laune keinen Abbruch getan hat, und zumindest für die mitgereisten Flugschüler bot sich ausreichend Gelegenheit, Starts und Landungen auf einem fremden Platz und meist auch auf einem neuen Flugzeug zu üben. Den vielen Regenpausen wurde irgendwann mit stolzem Trotz begegnet, und die letztlich die ganze Woche anwesenden „Glorreichen Acht“ bekamen aufgrund all der verfügbaren Zeit und dank moderner Technik sogar Ihre eigene Hymne ...
Der einzige Tag, der wirklich komplett ins Wasser fiel wurde von uns für einen Ausflug in das Dornier-Museum in Friedrichshafen genutzt. Der nächste thermisch nutzbare Tag war dann der Tag unserer Abreise, sodass wir die schönen Wolken leider wieder einmal nur von der Straße aus beobachten konnten.
Insgesamt war das Fluglager aber dennoch ein voller Erfolg, der zwar nicht so sehr von ausgedehnten Flügen, aber guter Kameradschaft und noch besserer Stimmung geprägt war. Zuletzt auch nochmals ein großer Dank an Claudia und Thomas, die uns heldenhaft zweimal vor dem abendlichen Hungertod bewahrt haben! Nach elf Litern Chili con carne war dann auch der letzte hungrige Spätflieger endlich satt ...




















